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Newsletter Sommer 2018

 

Die Bedeutung des Flohsamens und seine Wirkung

Im Originaltext der Physica spricht Hildegard vom Flohkraut, das in der modernen wissenschaftlichen Terminologie mit Plantago afra (= P. psyllium) bezeichnet wird. Flohsamen gehört zur Familie der Wegerichgewächse (Plantaginaceae) und ist eng mit dem Spitz- und Breitwegerich verwandt.

Bei atonischer Obstipation (Verstopfung aufgrund mangelhafter Bewegungsfähigkeit des Darmes) werden neben Flohsamen bei Hildegard Ballast- und Faserstoffe eingesetzt: Dinkelkörner, Dinkelschrot, Dinkelkleie.

Füllreize zur guten Darmpassage können durch Flohsamen verstärkt werden. Mit reichlich Flüssigkeit (am besten Fencheltee) genossen, quillt die Schleimhülle dieser Samen auf und macht die Darmwand gut gleitend. Diese hildegardische Betrachtungsweise wurde inzwischen von der modernen Ernährungslehre bestätigt.

Flohsamen sind nicht nur das beste Darmregulans bei Verstopfungen, sondern sie reinigen auch den Darm von Fäulnisstoffen und Darmgasen, wie z.B. von krebserregenden Endprodukten einer fleischreichen Ernährung. Darüber hinaus senken sie erhöhte Cholesterin- und Blutzuckerspiegel, fördern das Wachstum darmfreundlicher Bakterien, fördern die Vitaminsynthese und verhindern die Bildung von Gallensteinen. Hildegard bescheinigt dem Flohsamen eine frohmachende Wirkung:

„Durch seine angenehmen Inhaltsstoffe macht der Flohsamen den bedrückten Geist des Menschen froh, fördert die Gehirnleistung (eine bessere Durchblutung) und stärkt die Gesundheit des Nervensystems“

Als stark quellfähige Droge gehört der Flohsamen zu den typischen Ballaststoffen, die, mit Wasser versetzt, bereits nach wenigen Minuten stark quellen. Im Darm nehmen die Quell- und Schleimstoffe Wasser auf und bewirken, dass der Stuhl voluminös und weich wird. Durch diese mechanische Dehnung wird die Darmkontraktur angeregt. Bei Probanden konnte durch Gabe von 30g Flohsamen (ca. 3 Esslöffel) die Passagezeit des Stuhls um 1 Tag verkürzt werden.

Leinsamen wird bei Hildegard innerlich nicht empfohlen. Seine Schleimanteile gehen im Gegensatz derer vom Flohsamen in Lösung und verhindern die Aufnahme der Nährstoffe durch die Darmwand. Leinsamen ist ein Räuber von Vitaminen und Kalzium.

Aus einer Stellungnahme der American Heart Association (Amerikanische Gesellschaft für Herz-Erkrankungen) zur Senkung des Cholesterinspiegels durch Flohsamen:

Die Aufnahme löslicher Ballaststoffe über Nahrungsmittel wie Flohsamen kann im Rahmen einer Ernährung, die arm an gesättigten Fettsäuren und Cholesterin ist, das Risiko von Herzerkrankungen verringern.

Flohsamen besitzt außer seiner Eigenschaft als Ballaststoff keinen Nährwert. Untersuchungen zeigen, dass Flohsamen (12 g tgl.) das Gesamtcholesterin um etwa 5% senkt.

Ballaststoffe in der Nahrung,insbesondere lösliche Ballaststoffe, können die Resorption von Cholesterin im Blut und Gallensäuren vermindern und so den Cholesterinspiegel senken. Hierdurch kann das Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfall gesenkt werden.

Der von Hildegard genannte und von uns gehandelte schwarze Flohsamen (Plantago afra) entspricht den hohen Qualitätsanforderungen des Europäischen Arzneibuches und wird von der JURA KG Konstanz als Standardarzneimittel in den Handel gebracht.

Dinkel-Focaccia Fladenbrot

Dieses Fladenbrot ist eine Spezialität aus Ligurien am Golf von Genua. Die Ursprünge der Focaccia gehen ins Altertum zu den Etruskern zurück. Die Römer nannten sie panis focacius (von focus, der Herd). Mitunter wir sie als Vorläufer der Pizza angesehen.

Zutaten und Zubereitung:

35 g Dinkelgrieß, 600 Dinkelmehl Typ 630, Frischhefe, 15 m Olivenöl, 13 g Salz.
als Gewürz kann Griechenkleegewürzmischung, Fenchelsaat, Rosmarin und Quendel genommen werden

1. Schritt der Vorteig 1 : 40 g Dinkelgrieß mit 50 ml lauwarmem Wasser übergießen und in den Kühlschrank stellen. Vorteig 2 : 100 g Dinkelmehl, 100 ml lauwarmes Wasser und ein Kleinfingernagel großes Stück Frischhefe verrühren und abgedeckt bei Raumtemperatur über Nacht stehen lassen.
2. Schritt der Hauptteig: 560 g Dinkelmehl Type 630, 400 ml handwarmes Wasser, 15 ml Olivenöl, 10 g Frischhefe, 13 g Salz und Gewürze(z.B. Quendel, Rosmarin, Griechenkleegewürzmischung), sowie die Vorteige fünf Minuten auf erster Stufe, dann 8 Minuten auf mittlerer Stufe kneten. In einer Schüssel abgedeckt über Nacht im Kühlschrank gären lassen. Das Volumen nimmt deutlich zu und bildet Blasen.

Backen: der Teig ist sehr feucht und kann deswegen nicht ausgewellt werden. Deswegen auf ein mit Backpapier belegtes Backblech geben und mit feuchten Händen vorsichtig leicht ausziehen. Den Teig 1 – 2 Stunden ruhen lassen, mit etwas Olivenöl beträufeln und mit Salz und Rosmarinnadeln bestreuen. Backofen bei Ober- und Unterhitze auf 250° vorheizen, Focaccia einschieben und etwa 20 Minuten backen.

Das Foto zeigt eine Fladenfocaccia wie beschrieben (s.o.) und eine in einer Backform gebackene.

HP A. Gollwitzer

Literatur: Gollwitzer W. Hildegard Ernährungslehre Heft 26, Eigenverlag

Illustration: Heß et al. Flora der Schweiz, Birkhäuser Basel, 1970.

Fotografie: W. Gollwitzer

 

 

 

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