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Die Segnungen des Weinstocks

Hildegard schreibt in ihrer Physica: Ein Wein von der Rebe, wenn er rein ist, macht dem Trinker das Blut gut und gesund. Ein trüber Wein indessen macht das Blut schlecht und mit Asche vermischt. Hildegard wusste also bereits, dass Wein in Maßen genossen gesundheitsfördernd ist. Vielleicht ahnte sie auch schon welch ungeheure Schätze die moderne Naturmedizin noch zu Tage fördern sollte. Der Weinstock, Vitis vinifera, ist eine der ältesten Kulturpflanzen überhaupt. Nachgewiesen ist dies seit über 8000 Jahren, ebenso lange wie die Reiskultur in Ostasien. Im heutigen Iran (Zagros-Gebirge) wurde der erste Wein gekeltert. Die Vorläufer unserer heutigen Getreidearten wurden erst danach im „fruchtbaren Halbmond“ angebaut, den Ländern um und zwischen Euphrat und Tigris. Bekanntlich widmete auch die Bibel dem Wein breiten Raum. Z.B. „Noah aber, der Landmann, war der erste der Reben pflanzte“ (1. Mose, 9, 20). Das war nach der Sintflut, da der Erdboden nach der Sintflut steiniger war als vorher.

Welche Empfehlungen gibt uns nun Hildegard zur „Weinapplikation“ ?

Ihr wohl wichtigstes Rezept ist der „Gelöschte Wein“, niedergeschrieben in ihrem medizinischen Lehrbuch Causae et Curae: Wenn ein Mensch zum Zorn oder Trauer bewegt wird, soll er rasch Wein auf dem Feuer warm machen, ihn mit wenig kaltem Wasser mischen und trinken. Dr. Hertzka erklärt das in seinem Büchlein „So heilt Gott“ näher: ½ Tasse Weißwein wird in einem kleinen Topf zum Sieden erhitzt. In diesen siedenden Wein wir ebenfalls ½ kaltes Wasser hineingeschüttet. Dieser „gelöschte“ Wein wird sogleich schluckweise getrunken. Dieser gelöschte Wein wirkt nicht nur gegen Zornausbrüche sondern auch bei Traurigkeit und Gemütsverstimmung und damit ein hervorragendes Nervenmittel. Eine weitere wichtige hildegardische Wein-Anwendung ist die Rebaschenlauge oder Rebaschenzahnpflege. Wenn das Fleisch um die Zähne fault und die Zähne schwach sind, schütte glühende Asche von Rebzweigen in Wein, als wolle man eine Lauge bereiten. Mit diesem Wein wasche und putze die Zähne und das Zahnfleisch, welches geheilt und die Zähne wieder fest werden.

So beschrieb damals schon die Seherin Hildegard eine der wichtigsten chemischen Red-Ox-Reaktionen, welche u.a. auch zu desinfizierenden Produkten führen. Von hier ist der Weg nicht mehr weit zu den zellschützenden antioxidativen Stoffen, den Anthocyanen. Anthocyanreicher Rotwein hat positiven Einfluss auf die Herzgefäße. Rotes Weinlaub wird zur unterstützenden Behandlung von Venenleiden empfohlen. Aus den Kernen der Weintraube werden Oligomere Anthocyanide (OPC) gewonnen. Ihre antioxidative Wirkung ist 18-fach stärker als die von Vitamin C und 50-fach höher als die von Vitamin E. Ein idealer Partner der VitamineA, C und E, da sie deren Wirkung verzehnfachen. Si stärken die Widerstandskraft der Kapillargefäße, helfen eingelagerte Giftstoffe zu entfernen und unterstützen die Stabilität von Sehnen, Knorpeln, Knochen und Bindegewebe. Im Gehirn wirken sie effektiv gegen Parkinson, Alzheimer und Epilepsie. Traubenkernmehl weist den höchsten Gehalt an OPC auf und kann auch als Backzutat verwendet werden. Zusammenfassend kann also gesagt werden: Der Wein erfreut des Menschen Herz, Psalm 104,15. Wobei der Mensch es bei einem Glas Rotwein (Frau 1/8, Mann 1/4) täglich belassen sollte. Hier sind wir bei der Schlüsseltugend der heiligen Hildegard angekommen : der Discretio, dem Maßhalten. Eine Gottesgabe, das rechte Maß zu finden. Der Mensch kann fast alles essen und trinken, aber stets mit dem ihm eigenen Maß.

Verfasser Wolfgang Gollwitzer

Literatur

Chaumeton F.P. et.al., Flore Médicale, Panckoucke, Paris 1816

Düll R., Kutzelnigg H., Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands, Quelle & Meyer 2011

Hertzka G. So heilt Gott, Christiana Verlag Stein am Rhein 1983

Hertzka G., Strehlow W., Küchengeheimnisse der Hildegard-Medizin, Bauer Verlag Freiburg 1984

Hertzka G., Strehlow W. Große Hildegard-Apotheke, Christiana Verlag Stein am Rhein 2010

Hildegard v. Bingen, Physica, Pattloch Verlag 1991

Hildegard v. Bingen, Causae et Curae, Ursachen und Behandlung der Krankheiten, Haug 1992

Migne Jacques-Paul, Patrologia latinae 1844 – 1855, Band 197 Spalte 1244 C

Strehlow W., Hildegard Heilkunde von A – Z, Knaur 2008

 

 

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