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Long COVID Syndrom

Zu den häufigsten Symptomen von Long Covid zählt die Fatigue, ein Zustand chronischer Erschöpfung, welche kognitive Beschwerden, Schlafstörungen und Schmerzen auslösen kann. Studien haben bereits belegt, dass nach 6 Monaten akuter Infektion des Covid 19 noch 63% der eigentlich Genesenen unter Müdigkeit und/ oder Muskelschwäche, 26% unter Schlafstörungen und 23% unter Angstzuständen oder Depressionen leiden. Mittlerweile werden Symptome wie Muskel-und Gelenkschmerzen, atypische Brustschmerzen und Atembeschwerden unter dem Begriff Long-COVID zusammengefasst. Sowohl schwere Covid 19 Infektionen als auch leichtere Verläufe können von diesem Syndrom betroffen sein. Immunmodulierende Maßnahmen sind hier zu jedem Zeitpunkt gefordert und werden in den Medien angeregt diskutiert (u.a. auch die effektive Verabreichung von Vitamin C Infusionen).

Begleitende Therapiemaßnahmen wie z. Bsp. die Anwendung des altbewährten Lavendels ist für den Alltag unkompliziert und wirkungsvoll.

Über den Lavendel

Etymologie (Wortkunde)

Der Pflanzenname „lavendula = Lavendel“ klingt in den meisten europäischen Sprachen ähnlich. Der älteste Hinweis auf den Namen ist das mittelitalienische „lavendula“ bei Hildegard v. Bingen. Die Ableitung des Wortes von „lavare – waschen“ wegen der Verwendung der Pflanze als Badezusatz wird heute angezweifelt. Eine Herleitung von „levare – abhelfen, mindern, erleichtern“ wegen der beruhigenden und krampflösenden und insektenabwehrenden Eigenschaften wird für möglich gehalten.

Botanik

Der echte Lavendel, Lavandula angustifolia – früher auch als L. officinalis bezeichnet gehört zur Familie der Labiatae - Lippenblütler- zu der auch so bekannte Arten wie Taubnessel, Andorn, Salbei, Gundermann oder Betonica-Kraut gehören. Er wird 40 – 60 cm hoch und hat graugrüne, aromatisch duftende, schmale, lanzettförmige Blätter. Die Blüten stehen in Scheinähren an langen Stielen. Sie sind typische Lippenblüten, bei denen die Oberlippe stets größer als die Unterlippe ist. In der Abbildung sehen wir, dass z.B. die Salbeiblüte eine wesentlich größere Oberlippe hat als die Lavendelblüte. Auch der Kelchboden, aus dem die Insekten den Nektar saugen liegt bei der Salbeiblüte tiefer. Dadurch kann letztere nur durch Hummeln bestäubt werden, die einen längeren Saugrüssel haben als die Bienen. Die Früchte sind glänzendbraune Nüsschen. Von der Art L.angustifolia gibt es nun wieder zahlreiche Zuchtsorten, deren Namen in ‚.’ gesetzt werden, also z.B. die weißblühende Art L.angustifolia ‚alba’ oder die dunkelblau blühende Art ‚Dwarf blue’.

Der Speiklavendel, auch „Großer Speik“, wurde früher seines etwas anderen Aussehens wegen als eigene Art geführt: Lavandula latifolia, bzw. L. spica. Er hat breitere, graufilzige Blätter, blauviolette Blüten und wird bis zu 40 cm hoch. Entsprechend einer Neugliederung aufgrund der Pollenkörner, der Samenentwicklung und des reifen Samens stellt der „Speick“ lediglich eine Unterart von L. angustifolia dar. Als „Speik“ wird im Volksmund übrigens auch noch der Baldrian, als „Weißer Speik“ die weiße Schafgarbe und als „gelber Speik“ das weißgraue Greiskraut bezeichnet. Die beiden letzteren gehören zu den Asteraceae – den Korbblütlern.

Alle Lavendelsträucher sind sogenannte Chamaephyten, die im Spätsommer Überdauerungsknospen bilden, die dann im Frühjahr zu neuen Blatt und Blütenständen austreiben. Alle weltweit 26 Arten der Gattung Lavandula sind Halbsträucher mit duftenden Blüten. Sie wachsen bevorzugt an sonnigen Plätzen auf kalkhaltigen, trockenen Böden und werden zwischen 30 und 60 cm hoch. Sie blühen im Juni und Juli und können durch Samen oder Stecklinge vermehrt werden.

Verbreitung

Heimisch im Mittelmeerraum, ist die Pflanze in ganz Südeuropa verbreitet und wird in großem Umfang kultiviert.

Indikation und Anwendung

In der klassischen Heilkunde werden Lavendelblüten innerlich bei Unruhezuständen, Einschlafstörungen, nervösem Reizmagen, Roehmheld-Syndrom, Meteorismus, nervösen Darmbeschwerden und Erschöpfungszuständen angewendet. Äußerlich in der Balneotherapie bei funktionellen Kreislaufstörungen. Als Extrakt in Einreibemitteln bei Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, zur Sedierung bei Verspannungen und als Kräuterkissen zum Einschlafen.

Als Tee werden 3 Tassen täglich empfohlen und als Lavendelöl 1 – 3 Tropfen auf ein Stück Würfelzucker.

Risiken bei der bestimmungsmäßigen Anwendung und Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Zur Teebereitung 2 Teelöffel Lavendelblüten mit 1 Tasse Wasser (150 ml) heiß aufgießen, 10 Minuten ziehen lassen und abseihen. Als Badezusatz 100 g Lavendelblüten mit 2 L Wasser kurz aufkochen, abseihen und dem Badewasser zufügen. Der Gehalt an ätherischem Öl sollte 1 – 3% betragen.

In neuerer Zeit sind auch einige Arzneimittel aus Lavendelextrakten auf den Markt gekommen, die bei depressiven Störungen zu Beruhigung beitragen sollen.

Hildegard v. Bingen

Hildegard schreibt in ihrer Physica, Capitel 1-25, vom wilden Lavendel (Speik): Der wilde Lavendel ist warm und trocken und seine Wärme ist gesund. Und wer Lavendel in Wein kocht oder, wenn er keinen Wein hat, mit Honig und Wasser kocht und so lau oft trinkt, der mildert den Schmerz in der Leber und in der Lunge und die Dämpfigkeit in seiner Brust, und er bereitet reines Wissen und einen reinen Verstand. Denn die gute Wärme des Speiklanvendel und die sanfte Wärme des Weines – oder Honigs – beseitigt die kalten Säfte, welche der Leber oder der Lunge oder der Brust des Menschen Beschwerde machen.

Soweit der hildegardische Originaltext, aus dem Dr. Hertzka in seiner großen Hildegard-Apotheke und Dr. Strehlow in „Die Heilkunde der Hildegard v. Bingen“ folgende Rezeptur erarbeitet haben:

3 EL Lavendelblüten (erhältlich im online shop unter: https://shop.hildegard.de/Bio-Lavendelblueten-DE-OeKO-006), 1 l guter Weiß- oder Rotwein. 3 Minuten kochen, abseihen und noch heiß in saubere Flaschen abfüllen. Davon nimmt man 3 x tgl 1 Likörglas lauwarm. Die Kurdauer beträgt 2 – 4 Monate. Der Alkoholgehalt beträgt etwa 8%. Hildegard empfiehlt den „Speik-Lavendel“, das wäre nach heutigen Erkenntnissen Lavandula angustifolia `Speik`, siehe Kapitel Botanik.

Die Brustenge (Dämpfigkeit) ist eine Stauung in der Lunge (mit oder meist ohne Wasseransammlung). Die Entstehung dieser Krankheit muss man sich so denken, dass zuerst die Leber erkrankt und von dort Stoffe auf das Lungengewebe wirken, wodurch die Lungendurchblutung erschwert ist und das (rechte) Herz sich mehr anstrengen muss und größer wird. Sehr schön wird auf die Beziehung zu den asthenischen Gelehrtentypen verwiesen, die auf ihre Geistesgaben angewiesen sind und bei denen wahrscheinlich gerade der Zwerchfelltiefstand die Leberdurchblutung belastet, weil bei ihnen die Atemexkursionen flacher ausfallen als bei anderen Menschen.

Hildegard empfiehlt ausdrücklich eine Weinabkochung. Nur wenn kein Wein genommen werden darf, kann man auch Lavendelblüten mit 3 EL Honig in 1 L Wasser kochen und diesen Extrakt tagsüber lauwarm trinken. Der weiter unten genannte Lavendeltee anderer Autoren sei hier nur der Vollständigkeit erwähnt.

Ein weiteres geeignetes Mittel gegen das Fatigue Syndrom ist der bereits im letzten newsletter diskutierte Hirschzungenkräutertrank (https://shop.hildegard.de/Hirschzungenkraeutertrank)

Hirschzungenkräutertrank

" Hirschzungenkräutertrank nützt der Leber und der Lunge und den Eingeweiden.

Es hilft der Leber und reinigt die Lunge und heilt die Eingeweideleiden, beseitigt innere Fäulnis und Verschleimung."

Hildegard v. Bingen

Indikationen: Depressionen, Stimmungsschwankungen, Nervenschwäche, Schlaflosigkeit.

Ysop

Ysop ist ein Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler. Der Name Ysop leitet sich über das Griechische vom babylonisch-hebräischen Wort ēzōb ab. Die Pflanze wird als Gewürz- und Heilpflanze seit dem 16. Jahrhundert kultiviert und wurde bereits von Hildegard v. Bingen beschrieben als Heilmittel gegen u.a. Depressionen.

Anwendung: Als Idealgewürz (Leber, Lunge, Husten), zur Blutreinigung, als Krankendiät gegen Depressionen und Traurigkeit (Ursache für Leber-und Magen-Darmleiden).

Basis-Diät mit Ysop bei Abwehrschwäche:

Edelkastaniengemüse mit Ysop

Zutaten:

750g Edelkastanien (geschält und getrocknet), 3 EL Butter, 2 Zwiebeln, 1 Tasse Hühnerbrühe.

Gewürze: Bertram, Galgant, Muskat, Nelken.

Kräuter: Ysop, Petersilie

Die Edelkastanien 20min. in Wasser kochen. Zwiebeln schälen, würfeln und in heißer Butter andünsten, mit Hühnerbrühe ablöschen und mit dem heißen Edelkastanien10 min. weich schmoren lassen. Mit gehackten Kräutern garnieren. Zu Geflügel, Lamm oder Wild servieren.

Ysop ist erhältlich im online shop unter https://shop.hildegard.de/BIO-Ysop-Kraut-gerebelt-DE-OeKO-006

Die 6 Lebensregeln der Hildegard v. Bingen

Die Ernährungslehre kann als Kur bei verschiedensten Krankheiten angewandt oder zu einer dauernden Lebenseinstellung gemacht werden. Man kann die Lehre der Hildegard von Bingen, die sich als ganzheitliche Lehre versteht, in Ihren sechs Lebensregeln folgendermaßen zusammenfassen (siehe folgender Link im online shop):

https://shop.hildegard.de/Ernaehrungslehre

HP Andrea Gollwitzer

Literatur

Dr. C. Vollbracht, Fatigue, kognitive Beschwerden, Schlafstörungen und Schmerzen, Naturheilpraxis heute - Fachzeitschrift für Naturheilkunde, Juni 2021

Hildegard v. Bingen, Physica, Pattloch Verlag, Augsburg 1991

W. STrehlow, Die Ernährungstherapie der heiligen Hildegard, Bauer Verlag, 3. Auflage 1992.

W. Strehlow, Das Hildegard-Gesundheitsprogramm, altes Wissen für die Krankheiten von heute, 2004, Knaur MensSana

Volz, Klement , Kasper, Lavendel bei Angst und depressiven Störungen, Zeitschrift für Phytotherapie, Supplement 1, 2016

Fotografie: Andrea Gollwitzer

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