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Behandlung der Lunge nach Hildegard v. Bingen

Als unverzichtbares Einzelmittel bei Lungenkrankheiten nennt Hildegard den Lungenkrautwein und den Lungenkrauttee. Hier lässt schon der Name auf die Wirkung schließen.

„Wenn einem Menschen die Lunge aufbläht, so dass er hustet und nur mühsam atmet, der koche Lungenkraut in Wein und trinke davon oft nüchtern und er wird geheilt“.

Hildegard beschreibt hier offensichtlich das Lungenemphysem, das meist durch Kettenrauchen verursacht wird und dessen, in der Regel meist irreversibler Verlauf  bestenfalls therapeutisch verzögert werden kann. Hier kann der Lungenkrautwein zur Anwendung kommen:

Zubereitung: 3 EL Lungenkrauttee  in 1 L Wein 3 Minuten kochen, abseihen und 3 x tgl. vor dem Essen eine Tasse trinken (~ 150 ml). Ein ähnliches Rezept bei dem statt  Wein Wasser verwendet wird:

„Wenn Gehirn und Magen Stoffe machen, dass die Lunge schmerzt, soll dieser Mensch Lungenkraut in Wasser kochen und nicht in Wein, weil dieses Kraut in Wein gekocht allzu stark wäre und abgeseiht während der Woche trinken“.

Hildegard meint hier eine schmerzhafte Lunge mit Bronchialhusten oder Asthma.

Zubereitung: 1 EL Lungenkraut mit 250 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen und 3 x tgl vor und nach dem Essen ca. 100 ml davon trinken.

Lungenkrauttee gibt es in der Apotheke.

Botanik

Lungenkraut, pulmonaria officinalis, gehört zur Familie der Rauhblattgewächse, Boraginaceae, deren bekannteste Vertreter neben dem Lungenkraut das Küchengewürz Boretsch, das Vergissmeinicht, der Natternkopf und der Beinwell sind. Die Blütenstände sind Wickel, bei denen sich die Sprossachse immer nur in einer Richtung verzweigt (siehe Abbildung). Die Blüten haben eine röhrig-glockige Form und variieren in den Farben rosa, violett, karminrot manchmal auch weiß. Die meist weiß gefleckten Blätter erinnern an eine gefleckte Lunge. Das Lungenkraut, eine etwa 15 – 30 cm hohe Staude kommt von Mittelfrankreich bis zum kaspischen Meer vor. Stauden treiben, im Gegensatz zu den einjährigen Kräutern, manchmal über viele Jahre jeden Frühling von neuem aus ihrem Wurzelstock aus.

Etymologie

Aus dem lateinischen Namen ist die Hauptverwendung als Heilmittel bei Lungenkrankheiten ersichtlich (lat. pulmonarius - von der Lunge). Weitere deutsche Bezeichnungen: Blaue Schlüsselblume, Fleckenkraut. englisch: common lungwort, französisch: Herbe au lait de Notre-dame, herbe aux poumons oder herbe-coer.

Sonstige Anwendungen in der älteren und jüngeren Volksmedizin: Außer bei Erkrankungen der Atemwege auch bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes sowie der Niere und der ableitenden Harnwege. Auch zur Wundbehandlung. Madaus schreibt in seinem 1938 erschienenen Lehrbuch der biologischen Heilmittel dass die Wirkung bei Bronchialkatarrh und bei Lungentuberkulose nur teilweise belegt sei. Er erwähnt noch ein Teegemisch mit Spitzwegerich, Malve und Schachtelhalm.

Inhaltstoffe und Wirkung: Lungenkraut enthält Kieselsäure, Schleime, Saponine, Gerbstoffe und größere Mengen Mineralien und wirkt dadurch hustenreiz- und entzündungshemmend, schleimlösend und adstringierend (zusammenziehend).

Die Blüten enthalten einen Farbstoff, der zu den Anthocyanen gehört – er wechselt bei einer Änderung des Säuregehaltes die Farbe von rot (sauer) auf blau (basisch), ähnlich dem Lackmusfarbstoff und umgekehrt wie bei der Hortensie, die auf kalkhaltigen Böden rot bis rosa blüht.

Ein weiteres wichtiges Hustenmittel sind die Andornmischkräuter, empfohlen bei einfachem Erkältungshusten:
"Wer Husten hat, trinke diesen Andornwein und das Husten wird vergehen."

Zusammensetzung: Andornkraut, Fenchelkörner, Dillkraut und Königskerzenblüten. 1½ EL dieser Kräutermischung werden in 0,5 l  Wein 3 Minuten gekocht, abgeseiht und in der Thermoskanne aufbewahrt, kann mit Honig gesüßt werden.  Kinder bis 6 Jahre bekommen mehrmals tgl  1 TL, bis 12 Jahre  1 EL. Erwachsene  4 x  0,1 L über den Tag verteilt.

Droht der Husten chronisch zu werden, empfiehlt Hildegard das Wermutöl, ein olivenölhaltiger Auszug aus frischem Wermut.

„Wenn ein beliebiger Mensch in der Brust und um die Brust leidet, so dass er davon hustet, dem salbe damit die Brust. Und wenn ihm die Seite weh tut, salbe ihn dort und es heilt ihn innerlich und äußerlich.“

Zum Salben nimmt man zunächst  nur 2 – 3 Tropfen auf die Hand, um zu sehen, ob der Patient eine allergische Reaktion zeigt, was beim Wermut manchmal vorkommt. Danach kann man die Menge vorsichtig erhöhen. Vorzugsweise vor dem zu Bett gehen einreiben und ggf. mit einem wollenen Tuch abdecken.

Chaumeton F.P. et.al., Flore Médicale, Panckoucke, Paris 1816

Hildegard und somit auch Dr. Hertzka sehen Leber- und Lungenleiden stets im Zusammenhang.

Hirschzungenkräutertrank gilt als der beliebteste Kräutertrank für Beschwerden, welchen ein Leber- und Lungenleiden zugrunde liegt.

"Hirschzunge ist warm und hilft der Leber und der Lunge und den schmerzenden Eingeweiden. Mache aus Hirschzungenfarnkraut, Honig, langem Pfeffer und Zimt einen Klartrank und trinke ihn oft nach dem Essen und es nützt der Leber und reinigt die Lunge und heilt die schmerzenden Eingeweide. Und nimmt die innere Fäulnis und den Schleim weg."

In seiner Großen Hildegard-Apotheke schreibt Dr. Hertzka:

„Wenn ein chronischer Husten einfach nicht verschwinden will, auch nicht mit den modernsten und raffiniertesten Behandlungsmethoden, dann steckt die Leber dahinter, denn aufgrund von gestörtem Leberstoffwechsel entsteht Schleim und der Weg zur chronischen Bronchitis ist nicht mehr weit".

Hier ist das Hirschzungenelixier einzusetzen. Bei Raucherhusten  ist es allerdings nicht indiziert. Dr. Hertzka empfiehlt jeweils 1 Likörglas nach dem Essen, maximal 6 Wochen lang. Sehr empfehlenswert ist zu Beginn der Kur ein hildegardischer Aderlass. Mittels des im Handel angebotenen Hirschzungengewürzes lässt sich das Hirschzungenelixier kostengünstig leicht selber herstellen.
 

HP Andrea Gollwitzer
 

Literatur:

Hertzka G. Das Wunder der Hildegard-Medizin, Christiana Verlag Stein am Rhein 1981

Hertzka G. Große Hildegard-Apotheke, Christiana-Verlag, Stein am Rhein, 13. Aufl. 2010

Hildegard von Bingen, Physica, Pattloch Verlag Augsburg, 1991

Strehlow W. Hildegard-Heilkunde von A – Z, Nikol Verlag

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