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Was ist „Pfefferkraut“?

In der einschlägigen Hildegard-Literatur tritt häufig die Bezeichnung „Pfefferkraut“ auf, das in verschiedenen Rezepturen verwendet wird, hauptsächlich als Bestandteil der „Bärwurzgewürzmischung“. Die Frage, um welche Pflanzenart es sich dabei handelt, gibt seit langem Anlass zu vielfältigen Spekulationen, die mit diesem Beitrag erhellt werden sollen.
Hildegard scheibt im ersten Buch der Physica unter Cap. 1-38 über das Pfefferkraut „De Pfefferkrut“:
„Das Pfefferkraut ist warm und feucht, und diese Feuchtigkeit hat eine richtige Mischung in sich und ist für Gesunde und Kranke gut und nützlich zu essen. Und das, was sauer, das heißt bitter in ihm ist, greift den Menschen innerlich nicht an, sondern heilt ihn. Und ein Mensch, der ein schwaches Herz und einen kranken Magen hat, esse es roh, und es stärkt ihn. Aber auch wer einen traurigen Sinn hat, den macht es froh, wenn er es isst. Und auch gegessen heilt es die Augen des Menschen und macht sie klar.“
Doch welche botanische Pflanze hat Hildegard nun mit dem „Pfefferkraut“ gemeint ?
Gibt man den Begriff „Pfefferkraut“ beispielsweise in google ein, erhält man als ersten Hinweis die breitblättrige Kresse oder Strand-Karse (Lepidium latifolium L.). Sie gehört zur Gattung der Kressen (Lepidium) in der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Sie kann wie die Gartenkresse in der Küche verwendet werden und hat roh den gleichen scharf-pfeffrigen Geschmack, nur noch etwas intensiver als die Gartenkresse. Lepidium latifolium gedeiht vorwiegend auf salzhaltigen Sand- oder Tonböden in Küstennähe (Dünen).
Eine volks- bzw. naturheilkundliche Verwendung findet sich hingegen kaum.
Einen weiteren Hinweis liefert die Übersetzung der Causae et Curae (CC) von Schulz unter „pefercrut“ = satureya hortensis, das von Hildegard in Cap. 1-155 der Physica unter der Überschrift „De Satureia“ beschrieben wird. Und Satureja hortensis L. ist nichts anderes als das bekannte Bohnenkraut, das als Küchenkraut weithin Verwendung findet. Hin und wieder taucht die Bezeichnung „Pfefferkraut“ auch als Trivialname für das Bohnenkraut auf. In der Volksheilkunde wird die ätherisch-Öl  haltige Droge als Stomachicum und Carminativum bei leichteren Magen-Darmbeschwerden verwendet.
Hildegard schreibt darüber : „ Das Bohnenkraut ist mehr warm als kalt. Aber ein Mensch der von Gicht geplagt wird, so dass seine Glieder ständig bewegt werden, der pulverisiere Bohnenkraut, und diesem Pulver gebe er weniger Kümmelpulver bei als Salbeipulver, und so mische er diese Pulver gleichzeitig in Honigwürze, und er trinke das oft nach dem Essen, und es wird ihm besser gehen.“ (Bohnenkrautmischpulver „H“ – siehe Große Hildegard-Apotheke).
Welche Pflanze letztendlich Hildegard mit dem „Pfefferkraut“  gemeint hat, konnte bis heute nicht abschließend geklärt werden. Aufgrund seiner weiten Verbreitung und Bekanntheit entschied sich Dr. Gottfried Hertzka seinerzeit für das Bohnenkraut, das in pulverisierter Form in der Bärwurzgewürzmischung von JURA enthalten ist. Die jüngere Hildegard-Forschung fokussiert wiederum die breitblättrige Kresse – man darf also gespannt sein.
Auf keinen Fall dürfte mit dem „Pfefferkraut“ der scharfe Mauer- oder Steinpfeffer (Sedum acre L.) gemeint sein, der zur Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) gehört. Die Pflanze wurde zwar im 16. Jahrhundert in verschiedenen Kräuterbüchern erwähnt, u.a. bei Lonicerus, Matthoilus und Dodeanus; später wurde jedoch die Toxizität von Sedum acre durch Versuche des französischen Toxikologen Mathieu Orfila nachgewiesen, wodurch die Pflanze als Heilmittel obsolet geworden ist.
Dafür sind verschiedene Alkaloide verantwortlich, die einen schädigenden Einfluss auf das Zentralnervensystem haben.
Bei Jura wird ausschließlich das Bohnenkraut (Satureja hortensis L..) eingesetzt; und um evtl. Verwirrungen und Verwechslungen vorzubeugen, wird  in diesem Zusammenhang nicht mehr das Synonym „Pfefferkraut“ verwendet.

Quellen :
wikipedia – Internet-Lexikon
Hertkza/Strehlow : Große Hildegard-Apotheke, Christiana-Verlag , 13. Auflage 2010
Hl. Hildegard : Heilkraft der Natur „Physica“, Pattloch-Verlag 1991
H.A. Hoppe : Drogenkunde, de Gruyter, 8. Auflage 1975

Sind die Visionen der heiligen Hildegard v. Bingen wahrhaftig?

Im Rahmen der Feiern zum 900. Geburtstag von Hildegard v.Bingen fand in Bingen am Rhein vom 13. – 19.9.1998 ein internationaler Kongress statt, an dem zahlreiche Historiker aus dem In- und Ausland teilnahmen. Sie versuchten die zum großen Teil kontrovers überlieferten Daten und Zusammenhänge über das Leben und Wirken der hl. Hildegard in ein objektives Licht zu rücken.

Die Ergebnisse wurden von Professor Dr. Alfred Haverkamp von der Universität Trier in einem über 600 Seiten starken Werk zusammengefasst, das im Verlag Philipp von Zabern – Mainz erschienen ist. Titel: „Haverkamp, Hildegard von Bingen“

Einer der Referenten, Professor Dr. Jean-Claude Schmitt von den Ecoles des Hautes Etudes en Sciences Sociales, Paris, setzte sich unter dem Titel „Die Zurückweisung des Traums“ mit der Originalität der hildegardischen Visionen auseinander. Da gerade dieses Thema noch immer unerschöpflichen Diskussionsstoff  liefert, seien seine positiven Erkenntnisse hier auszugsweise wiedergegeben: Haferkamp 357ff

 „Zu Beginn kommt Hildegard, mit Begriffen Augustins sprechend, jeglicher Verwechslung ihrer  Visionen mit dem Seh-Sinn zuvor. Dabei stellt sie der „körperlichen Vision“, den „Augen des Fleisches“ und den „äußeren Sinnen“ auf der einen Seite die „spirituelle Vision“, die „Augen des Geistes“ und die „inneren Sinne“ auf der anderen Seite gegenüber. Ihre Visionen entspringen auch nicht einem pathologischen Zustand, einer körperlichen oder Geisteskrankheit, der phrenesis. Sie wurden nicht vom Teufel bewirkt, es sind keine fantasmata, keine Trugbilder, die der Satan kraft seiner engelhaften Fähigkeiten in den Geist der Menschen eingibt, vor allem im Schlaf.

Dieser Verdacht wird um so leichter ausgeräumt, als Hildegard darauf besteht, dass sie weder schlief noch träumte, sondern immer vollkommen wach war, mit voller Beherrschung ihres Körpers, Ihres Willens und ihrer geistigen Kräfte. Ihre Visionen waren sogar öffentlich, sie empfing sie nicht an einem verborgenen, einsamen, „verschlossenen“ Ort, sondern immer an „offenen“ Orten, das heißt im Blickfeld und mit Wissen der Klostergemeinschaft. keine Verfälschung und keine menschliche oder teuflische Manipulation können also unterstellt werden. Sie hatte himmlische Visionen und hörte göttliche Stimmen, Offenbarungen, die ihr durch göttlichen Willen zuteil wurden. Und dennoch wurde, wie sie darlegt, ihr Geist nicht „entrückt“ (in excessu mentis). Da aber in der Visionsliteratur die Kategorien verschwimmen, trifft Hildegard hier eine klare Unterscheidung zwischen der „spirituellen Vision“, die sie erlebt hat, und der Ekstase.

Jeglicher Verdacht, der auf der Wahrhaftigkeit der Visionen lasten könnte, muss deswegen ausgeräumt werden. Sie war nicht wahnsinnig, weder schlief noch träumte sie. Sie wurde nicht die Beute des Dämons, ja sie behauptet, nicht einmal in Ekstase versetz worden zu sein, deren spektakulärer Charakter die kirchlichen Autoritäten hätte beunruhigen und Zweifel wecken können“.

Aus Hildegard Ernährungslehre Heft 24 S. 3

Haverkamp A. Hildegard v. Bingen in Ihrem historischen Umfeld; Verlag Philipp v. Zabern, Mainz 2000, S. 251 „Die Zurückweisung des Traums“.

H:Eidat\Hildegard\Visionen echt

Verfasser: Wolfgang Gollwitzer

Alte Dinkelsorte in Genbank Spitzbergen eingelagert

1984 erwarb Wolfgang Gollwitzer, Inhaber der JURA-Naturheilmittel Konstanz, in Ermatingen/Schweiz die seinerzeit regional einzige verfügbare Dinkelsorte `Ostro´ . Auf einem kleinen Betriebs-Versuchsfeld säte er auf sandigem Lehmboden eine Probe davon aus.

Von den im Folgejahr 1985 geernteten Körnern säte er an gleicher Stelle erneut aus. Und so fort, bis zur Ernte 2010. Stets an gleicher Stelle, auf nie gedüngtem oder irgendwie sonst behandeltem Boden. Auch die 25. Generation hatte noch dieselbe Qualität wie das einstige Ausgangssaatgut.

Durch die Vermittlung des IPK Gatersleben – Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung – wurde nun eine Probe dieser letzten Ernte in der Genbank Svalbard Global Seed Vault auf Spitzbergen eingelagert. In einer Berghöhle, 120 m tief im Permafrost, einer Art riesigem Tresor, werden bis jetzt 4,5 Millionen Duplikate von Saatgutmustern aller global verfügbaren Nutzpflanzenarten bei minus 18°C. sicher aufbewahrt. Hauptziel ist eine möglichst vollständige Erhaltung der wichtigsten Nutzpflanzenarten in ihrer Sortenvielfalt.

Sie sollen dort vor Naturkatastrophen, Klimawandel, Epidemien und Kriegen sicher sein.

Hildegard von Bingen
"Etwa 800000 Samen von Nutzpflanzen lagern tiefgekühlt in einem Tresor auf der norwegischen Arktis-Insel Spitzbergen. Die eingelagerten Saaten sind die eiserne Reserve der Menschheit. Bei einer globalen Katastrophe wäre das Gewölbe eine Art Arche Noah der Pflanzenwelt."

Stichwortverzeichnis erschienen zur
HILDEGRAD-BIOGRAPHIE von Eduard Gronau

Wie allen Lesern der bedeutendsten Hildegard Biografie von Eduard Gronau bekannt ist, fehlt ein Stichwortverzeichnis. Der Verfasser ist kurz vor Vollendung seines Werkes verstorben. Wolfgang Gollwitzer hat sich bemüht, diese Lücke zu füllen und einen Index mit etwa 180 Stichwörtern herausgebracht, der allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Die Leser aller bisher erschienenen 4 Auflagen können mit dem Werk jetzt jedoch wesentlich besser arbeiten als vorher.

Dieser Index kann ausschließlich schriftlich beim Verfasser angefordert werden:
Wolfgang Gollwitzer, Nestgasse 2, 78464 Konstanz; e-mail: jura@hildegard.de
Alle Rechte zu diesem Index liegen beim Verfasser.

JURA-Naturheilmittel GMP-zertifiziert

Im Juli 2009 wurde die JURA KG vom Regierungspräsidium Tübingen im Rahmen der nationalen Arzneimittelüberwachung inspiziert. Im Rahmen dieser Überprüfung wurde die Übereinstimmung mit den Grundsätzen und Leitlinien der Guten Herstellungspraxis gemäß Richtlinie 2003/94/EG bestätigt.
GMP ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung "Good Manufacturing Practice". Das bedeutet, dass die Produktionsstätte JURA KG alle arzneimittelrechtlichen Anforderungen an den neuesten Stand der Produktionstechnik, der Dokumentation, Qualitätskontrolle und Hygiene voll erfüllt.

Diese Inspektion findet alle 3 Jahr statt, wobei das GMP-Qualitätsmerkmal stets um weitere 3 Jahre verlängert wird.

Wir führen auch vom gelben Enzian das Enzianwurzelpulver in hoher Qualität.

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Hildegard schreibt in ihrer Physica:
"Der gelbe Enzian ist ziemlich warm. Wer aber solchen Schmerz des Herzens leidet, wie wenn es kaum an seinem Strang hinge, der pulversiere Enzian, und er esse dieses Pulver in Suppen, und es stärkt sein Herz. Aber auch wer Fieber im Magen hat, der trinke oft von diesem Pulver in warmen Wein, der durch erhitzten Stahl erwärmt wurde, und sein Magen wird vom Fieber gereinigt werden."

Zur Anwendung macht Dr. Hertzka in seiner großen Hildegard-Apotheke folgende Angaben: Da die von Hildegard beschriebene Erwärmung des Weines mittels eines erhitzten Stahl-Stabes doch etwas umständlich ist, nehme man einen Tauchsieder und erhitzt damit 250 ml guten Weiss-oder Rotwein, dem man eine Messerspitze (ca. 0,1 - 0,2 g) Enzianpulver zugesetzt hat nur soweit, dass der Wein ganz leicht siedet, dann entfernt man den Tauchsieder.

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